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Encarta Africana

Rubrik: Nachschlagewerke

Whoopy on Interview
Whoopy on Interview
Bild: Microsoft Corporation
Gnagnagna. Microsoft. Alles schimpft und mault über den Konzern. Notfalls wird sogar geklagt. Aber auch wenns niemand glaubt: Selbst das Bill-Gates-Imperium hat gute Seiten. Denn niemand hat bisher mehr Pionierarbeit auf dem internationalen Markt der multimedialen Enzyklopädien geleistet, als eben Microsoft.
Längst hat es der Gigant nicht mehr nötig, englischsprachige "Encartas" als Appetithäppchen beim Computerkauf dem Rechner kostenlos beizulegen. Früher gab es noch ein Film- und Rocklexikon, daß nicht mehr weiterproduziert wurde. Aber richtig durchgestartet ist Microsofts "Encarta" hierzulande erst in der deutschen Version. Heute fühlen sich die Wissensdurstigen genötigt, jedes Jahr ein Update zu kaufen, während früher ein teures 30bändiges Lexikon für eine ganze Generation halten mußte. Inzwischen aber bringt Microsoft eine neuartige Version der Encarta heraus, die bei uns vorerst nur im wirklich gut sortierten Fachhandel erhältlich ist und womöglich auch niemals übersetzt wird: "Encarta Africana". Dieses höchst erstaunliche Nachschlagewerk erscheint auf zwei CD-Roms und versteht sich als "Encyclopedia of Black History and Culture". Tatsächlich erhält diese Scheibe überall Zuspruch. "Gehört in jede Schule und in jeden Haushalt" urteilte das Wall Street Journal, und selbst der amerikanische Ex-Präsidentschaftskandidat Reverend Jesse Jackson ist vollen Lobes. Kein Wunder, denn wie auch schon die anderen Lexika, handelt es sich bei "Africana" um eine Fleißarbeit, die sehr viele prominente Unterstützung, z.B. von Uno-Generalsekretär Kofi Annan, erfuhr. Die Zugangsweise bleibt der Encarta ähnlich: Suchsysteme arbeiten mit detaillierten Stichwortverzeichnissen und Themengebieten wie etwa amerikanischer Sport und Kultur. Für Multimedialität sorgen Videos, Fotografien, Karten, Sounds, Weblinks und virtuelle Touren durch Harlem etwa. Angeboten werden aber auch Touren durch Kuba, Frankreich, Ägypten und Senegal, weil sich die Encarta Africana nicht nur mit zeitgenössischen Problemen beschäftigt, sondern auch auf die Geschichte der "afrikanischen Diaspora" eingeht. Darüber hinaus kann auch über eine Zeitleiste nach Informationen gefahndet werden. Übrigens: Nicht alle Schriftsteller werden vorgestellt. Aber Amos Tutuola ("Mein Leben im Busch der Geister") schon, ebenfalls Nadine Gordimer, Sir Laurens Jan Van der Post und der Nobelpreisträger Wole Soyinka. Autor William Plomer ("Turbott Wolfe") erfährt nur am Rande eine Erwähnung, und zu Tania Blixen oder dem in Afrika zu neun Jahren Haft verurteilten Breyten Breytenbach ist kein Wort zu finden. Wunderbar sind natürlich die, zugegeben, recht kurzen Musikbeispiele von Sun Ra, Louis Armstrong, Count Basie und und und.... Die politisch, brisanten Themen werden sachte auf den Punkt gebracht und anschaulich dargestellt. Keine Frage, hier läßt es sich wunderbar herumstöbern. Besonderes Highlight sind wohl die Features und darunter "Africana On Camera". Wenn beispielsweise Quincy Jones über afrikanisch-amerikanische Musik referiert oder Whoopi Goldberg der Frage "Was ist Rasse?" nachgeht. Besonders bemerkenswert: Alle Beteiligten sprechen nur für die "Encarta Africana". Es handelt sich also nicht wie sonst üblich, um wieder und wiederverwurstete Filmschnipselchen. Ebenfalls spannend fiel die Geschichte des Sklavenhandels aus. Auf einer Weltkarte werden so die ersten Verkäufe im Jahre 1519 bildlich dargestellt, aber auch die weltweiten Einflüsse der afrikanischen Kultur. So wird darauf hingewiesen, daß das Wort "Tango" eigentlich afro-argentinischen Ursprungs ist.


Fazit:
Mögen auch die einen oder anderen Stichworte fehlen, ist diese CD-ROM dennoch ein Muss.



ausgezeichnet
Preisnur noch gebraucht erhältlich
HerstellerMicrosoft Corporation
PlattformWindows 95/98/NT 4.0
SpracheEnglisch
Veröffentlicht1999
Alterab 12 Jahren

LAST UPDATE 14.05.2013