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Der Zauberwald 1 bis 4

Rubriken: Biologie, Natur & Umwelt, Spielgeschichten

Wenigstens der Rhythmus stimmt
Wenigstens der Rhythmus stimmt
Bild: KOCH Media Deutschland GmbH
Eine Waldlichtung. Sieht nett aus. Überall summt, brummt und krabbelt es. Ein Käfer flattert im Bild und erklärt in etwas übertriebenem Singsang die Grundfunktionen des Mauszeigers und der Buttons, um dann zu verkünden: "So, das wär's. Du bist dran!" Na dann mal los.
Aber was ist das? An den meisten Stellen des Bildschirms verwandelt sich der Mauszeiger in ein silbernes Symbol mit der Beschriftung CD2, CD3 oder CD4? Davon hat der Käfer nichts gesagt. Nach nochmaligen Studium der Verpackung lässt sich erahnen, dass wir als Käufer der anderen drei Zauberwald-Folgen an diesen Stellen weiterspielen könnten. Na prima. Nichts gegen Fortsetzungen, wenn sie gut sind. Aber muss der Benutzer derart penetrant darauf aufmerksam gemacht werden? Immerhin lässt sich der Mauszeiger über einen Button in eine Lupe verwandeln. Jetzt verschwinden die Kaufempfehlungen aus dem Wald, und alle angeklickten Tiere und Pflanzen werden in ein Bilderalbum aufgenommen. Dort können sie noch einmal genauer betrachtet werden und wir erfahren dazu mehr oder weniger Wissenswertes: "Die Amsel ist ein schwarzgefiederter Vogel, der wunderschön singt." Jetzt wär eigentlich eine Tierstimme angebracht, aber dafür hat offenbar das Budget nicht mehr gereicht. Immerhin bemüht sich die Sprecherin redlich, dies durch den Singsang ihrer affektiert wirkenden Stimme zu kaschieren. Hat man genug vom Bilderalbum, geht es in der ersten Zauberwald-Folge erst einmal in den Ameisenhaufen. Nett animiert rutschen wir durch die Gänge in eine Art Hauptraum. Von hier aus lassen sich verschiedene Spiele starten. So muss eine Ameise durch ein Labyrinth geführt werden. Technisch perfekt gemacht, aber es fehlt einfach jeglicher Motivationsfaktor. Keine tickende Uhr, kein Verfolger, keine Gefahr. Keine zu lösende Aufgabe oder zu erstreitende Belohnung, nicht mal der Namen des armen Insekts lässt sich erfahren. Ähnlich das Sortierspiel: Bewegliche Rampen müssen so arrangiert werden, dass ein Korn von oben richtig in den darunter stehenden Wagen fällt. Auch hier fehlt mal wieder das klare Spielziel. Stattdessen geht es wortlos und ohne Lob weiter, sobald die Aufgabe gelöst ist. Außerdem lädt im Ameisenhaufen die lethargischste Percussion-Band aller Zeiten zum Mitspielen ein. Sie trommeln vor, und wir dürfen nachtrommeln. Da maximal vier Schläge vorgegeben werden und der Rhythmus unwichtig ist, bleibt die ganze Angelegenheit auch für Kleinere schön einfach. Jede richtige Kombination wird gelobt - endlich mal ein Feedback. Spannender wird es dadurch aber auch nicht, und nach ein paar Minuten ist einfach die Luft raus. Ganz spaßig ist dagegen, dass man auch einfach so drauf los trommeln und das Ergebnis aufnehmen kann. Dazu gibt es noch drei Filmchen mit Titeln wie "Der Witz-Hase und seine Freunde". Zu kurzen Animationen werden merkwürdige Reime vorgetragen: "Am Montag tragen die Hasen Hütchen. Der Witz-Hase nimmt die mit den Blümchen." In den folgenden Bildern hat der Hase zwar nur ein Hütchen auf, aber was solls. Immerhin klingt der Reim nicht ganz so schlimm wie dieser hier: "Am Sonntag dann sind bei den Hasen Ferien. Da braucht sich der Witz-Hase um nichts mehr zu scheren." Die beiden anderen Filme sind von ähnlich erbärmlicher Qualität. Sind sie überstanden, darf man fix los in den Laden und die übrigen Zauberwald-Spiele kaufen - das Reich der Ameisen hat sich hiermit bereits erschöpft. "Das Reich der Insekten", "Von Ast zu Ast mit Eichhörnchen und Schmetterling" sowie "Spiele und Lieder im Wald" warten allerdings auch nicht mit mehr Kreativität auf. Die Zauberwald-Spiele sind zwar alle sehr ordentlich animiert und sehen gut aus, aber ihnen fehlt es einfach an etwas ganz Grundsätzlichem: Einer Spielidee. Ein Memory mit Schmetterlingen, Pilze ausmalen, ein singender Grashüpfer - wen das noch begeistert, der hat entweder noch nie eine CD-ROM oder noch nie einen Wald gesehen. Zumal auch die gemeinsame Oberfläche in der Praxis wenig nutzt. Wechseln wir die CD, um auf einen der gesperrten Bereiche zuzugreifen, lädt sich das Spiel ein zweites Mal - was zwangsläufig zum Absturz führt. Also hilft nur der Neustart. Oder, noch besser, die Deinstallation. 



Fazit:
Witz-Hase lass nach. Motivationsloses Rumgeklicke.

 
Weitere Titel:
Der Zauberwald 1, ISBN 3-85323-537-9
Der Zauberwald 2, ISBN 3-85323-538-7
Der Zauberwald 3, ISBN 3-85323-539-5
Der Zauberwald 4, ISBN 3-85323-540-9



geht so
Preisnur noch gebraucht erhältlich
HerstellerKOCH Media Deutschland GmbH
PlattformWindows 95/98/Me/NT & Mac
ISBNsiehe Text
SpracheDeutsch
Veröffentlicht2001
Alter4 - 7 Jahre
USKLehrprogramm

LAST UPDATE 14.05.2013